Nahrungsergänzung: Gibt es ein zuviel?

Nahrungsergänzung: Gibt es ein zuviel?

Viele Menschen glauben, dass hohe Dosierungen von einzelnen Vitaminen auch viel helfen. Doch warum einzelne Riesendosen oft gar nichts bringen, wie Vitamine sich gegenseitig helfen und warum einfache Kombi-Präparate den Alltag erleichtern, erklärt die moderne Wissenschaft.

Der Markt für Vitamine und Mineralstoffe bzw. Nahrungsergänzungsmittel wächst rasant. Wer seine Abwehrkräfte stärken will, greift oft zu Zink. Wer seine Zellen vor Stress schützen möchte, kauft hochdosiertes Vitamin C. Viele Menschen denken dabei: Ein einzelnes Mittel löst ein einzelnes Problem im Körper.

Doch so einfach ist es nicht. Unser Körper funktioniert nicht wie ein Lichtschalter, sondern wie ein riesiges, vernetztes System. Vielmehr arbeiten Vitamine und wichtige Nährstoffe im Körper wie ein großes Team zusammen. Die Wissenschaft zeigt heute deutlich, dass wir beim Thema Zufuhr von Mikronährstoffen ganz neu umdenken müssen.

Der Denkfehler: Mehr ist nicht immer besser

Früher dachte man, man müsste nur möglichst viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente einnehmen, um gesund zu bleiben. Heute weiß die Forschung, dass der Körper Nährstoffe über verschlungene Wege aufnimmt. Wenn nur eine riesige Menge von nur einem einzigen Stoff eingenommen wird, gerät das Gleichgewicht im Körper durcheinander. Der gewünschte Effekt verpufft oft völlig ungenutzt.

Die verschiedenen Schaltstellen in unseren Zellen arbeiten nämlich niemals allein. Sie kommunizieren ständig miteinander. Wichtige Beispiele für diese Zell-Schaltstellen sind:

  • Ein Proteinkomplex (NF-κB): Regelt, wie Zellen auf Stress reagieren und startet Abwehrreaktionen.
  • Ein Enzym (AMPK): Misst die Energie in den Zellen, die „Treibstoffanzeige“.
  • Ein weiteres Enzym (SIRT1): Schützt die Zellen vor Schäden, wie eine interne „Qualitätskontrolle“.
  • Ein Faktor (Nrf2): Ist verantwortlich für den Aufbau, also der Architekt des  Schutzschildes gegen Oxidantien.

Wenn man nun eine dieser Schaltstellen durch eine Überdosierung massiv überfordert, blockiert das die anderen Wege. Die feine Balance im Körper geht verloren.

Kurz gesagt: Künstliche Riesendosen überfordern den Körper. Der einzelne Nährstoff wird am Ende einfach ungenutzt ausgeschieden oder blockiert sogar andere wichtige Funktionen.

Warum Nährstoffe im Team stärker sind

Die Forschung zeigt immer wieder ein spannendes Phänomen. Natürliche Pflanzenstoffe wie Curcumin (aus Kurkuma) oder Resveratrol (aus Weintrauben) wirken in Kombination viel besser als allein (1). Das liegt nicht an Magie. Der Grund ist einfach: Eine gute Kombination setzt an mehreren Stellen im Körper gleichzeitig an. Aber auf eine sanfte, natürliche Art.

Das ist wie bei einem Orchester: Ein einzelnes Instrument kann zwar sehr laut sein. Aber erst wenn viele verschiedene Instrumente zusammenspielen, entsteht eine schöne Melodie.

Was die Wissenschaft zeigt: Die DO-HEALTH-Studie

Ein echtes Beispiel aus der Forschung ist die große europäische DO-HEALTH-Studie (2, 3). Drei Jahre lang wurden über 2.000 gesunde ältere Menschen untersucht. Es wurden drei einzelne Maßnahmen getestet:

  • Eine normale, tägliche Menge Vitamin D3
  • Eine tägliche Dosis Omega-3-Fettsäuren (aus Fisch- oder Algenöl)
  • Ein einfaches Fitness-Training für zu Hause

 

Das Ergebnis war eindeutig. Wenn die Teilnehmer nur eine einzige Sache machten, zum Beispiel nur Sport oder nur Vitamine, waren die Erfolge für die Gesundheit eher klein (2).

Sobald die Teilnehmer aber alle drei Dinge kombinierten, zeigte sich ein klarer Erfolg. Die kombinierte Zufuhr trug nachweislich zum Erhalt der normalen Vitalität und körperlichen Funktion bei (4). Die clevere Abstimmung der Maßnahmen unterstützte die Gesundheit umfassender, während die Einzelmaßnahmen allein oft hinter den Erwartungen zurückblieben.

Mikronährstoffe brauchen echtes Teamwork

Besonders wichtig ist dieses Teamwork bei den klassischen Mikronährstoffen. Vitamine und Mineralstoffe sind im Körper fest miteinander verbunden. Sie brauchen sich gegenseitig als Partner, um überhaupt richtig zu funktionieren.

Einige dieser bekannten Partnerschaften sind auch von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) offiziell bestätigt:

  1. Vitamin D3 und Calcium: Vitamin D sorgt dafür, dass der Darm Calcium überhaupt erst aufnehmen und in die Knochen einbauen kann. Ohne Vitamin D nützt das beste Calcium nichts.
  2. Zink und Vitamin A: Zink trägt zu einem normalen Vitamin A Stoffwechsel bei. Da Vitamin A zur Erhaltung normaler Sehkraft beiträgt, sind beide Stoffe eng miteinander verknüpft.
  3. Vitamin C und Eisen: Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme. Es bereitet das Eisen im Magen perfekt für den Darm vor.

 

Wer also versucht, sich mit extrem viel von nur einem einzigen Vitamin zu versorgen, bringt das System durcheinander. Zudem nutzen viele Mineralstoffe (wie Zink und Kupfer) dieselben Wege im Darm. Eine Überdosis Zink blockiert dann automatisch die Aufnahme von Kupfer.

Das bedeutet für die Praxis: Vitamine arbeiten niemals allein. Wer einen Stoff extrem hoch dosiert, sorgt unabsichtlich dafür, dass andere wichtige Partner-Vitamine im Körper fehlen.

Nahrungsergänzung: Warum zu viel zum Abbruch führen kann

Das größte Problem im Alltag ist meistens nicht das Wissen, sondern die Umsetzung. Wer die Erkenntnisse der Forschung nutzen will und lauter Einzel-Präparate kauft, hat schnell zehn oder zwölf verschiedene Produkte auf dem Küchentisch stehen.

Morgens viele verschiedene Kapseln, Tabletten und Pulver richtig zu dosieren, ist im stressigen Alltag fast unmöglich. Meistens verliert man nach ein paar Wochen die Lust und bricht ab. Das ist keine Willensschwäche, sondern einfach unpraktisch.

Eine echte Unterstützung für den Körper entsteht aber nicht durch die kurzzeitige Einnahme von Extremdosen. Sie entsteht nur durch Regelmäßigkeit über Monate und Jahre hinweg. Genau hier helfen durchdachte Basiskonzepte. Sie kombinieren die wichtigsten Vitamine in normalen, physiologischenMengen in einem einzigen System.

Natürlich können diese Mikronährstoffe mit einer ausgewogenen Ernährung aufgenommen werden. Aber klappt dies immer im stressigen Alltag und vor allem in der richtigen Menge und Zusammensetzung? Dies gilt auch bei einer veganen Ernährung.

Produkte wie KEADY FIT wurden genau dafür entwickelt. Sie verbinden 12 wichtige Vitamine, hochwertige Omega-3-Fettsäuren, ausgewählte Spurenelemente sowie Coenzym Q10 und Lutein in einer einfachen Form zum Kauen. Die enthaltenen Vitamine (wie B1, B6, Vitamin B12 und C) sowie Spurenelemente (wie Zink und Selen) tragen nachweislich zu einer normalen Funktion des Immunsystems, zu einem normalen Energiestoffwechsel und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.

Weitere interessante Artikel zum Thema Mikronährstoffe, Nahrungsergänzungsmittel und ihre Wirkweisen gibt es in unserem Journal.

Bildquelle: sosiukin / https://stock.adobe.com/de

Quellen

(1) Cole, G. M., et al. (2010). Quellenangabe zu Pflanzenstoff-Synergien.

(2) Bischoff-Ferrari, H. A., et al. (2020). Effect of Vitamin D3, Omega-3 Fatty Acids, and a Home Strength Exercise Program on Clinical Outcomes in Older Adults: The DO-HEALTH Randomized Clinical Trial. JAMA, 324(18), 1855–1868.

(3) Gagesch, M., et al. (2020). DO-HEALTH regional differences in vitamin D status, marine omega-3 fatty acids, and physical activity among European community-dwelling older adults. The Journal of Nutrition, Health & Aging, 24, 1045–1053.

(4) Bischoff-Ferrari, H. A., et al. (2022). Kombinierte Interventionen und funktionelle Gesundheit: Analyse der DO-HEALTH-Daten. 

Rechtlicher Hinweis / Disclaimer

Die Informationen in diesem Artikel dienen nur der Aufklärung und Information. Sie ersetzen keine medizinische Beratung oder Behandlung durch einen Arzt. Nahrungsergänzungsmittel wie KEADY FIT sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Menge darf nicht überschritten werden. Das Produkt außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern lagern.

Geschäftsführer |  + posts

Prof. Dr. Jörg Breitenbach entwicklete als Experte wegweisende Produkte im Bereich der Infektionskrankheiten und Neurowissenschaften. Dabei verbindet er jahrzehntelange Erfahrung in internationaler Forschung mit unternehmerischer Innovation.

Als Auszeichnung seiner Leistungen wurde er im Jahr 2020 als Fellow in das American Institute for Medical and Biological Engineering (AIMBE) aufgenommen.

Neben seiner Rolle als Autor von Fachpublikationen, ist er zudem aktives Mitglied renommierter Gremien.

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